Maitri May
Wie jeden Sommer gingen sie und ihre Schwester in das kirchliche Sommercamp für Mädchen und ihre beiden älteren Brüder in das Camp für Jungs und
anschließend reisten ihre Eltern im August nach Madrid. Sie nahmen die jüngeren drei Geschwister mit, doch auch Joaquin, denn ihre Mutter fühlte sich besser,
wenn er in ihrer Nähe war. Lourdes, obwohl sie der Liebling des Vaters war, ging nicht mit ihnen mit, weil sie, ohne den Grund zu nennen, lieber alleine Zuhause
blieb und die Gesellschaft von Richard genoss.

Zwei Wochen lang waren Lourdes, Michael und Martha alleine Zuhause.

Lourdes und Michael tranken den ganzen Tag lang, rauchten Joints und machten den ganzen Tag lang mit ihren Freunden bei ihnen Zuhause Party. Martha
schloss sich ihnen nicht an, denn sie hatte bereits aufgehört zu rauchen und Alkohol zu trinken und verbrachte lieber ihre Zeit mit Prin oder auf die Wiese zu
gehen und alleine zu sein und nichts zu hören.

Im Bücherregal des Vaters stand ein sehr altes Buch, das einer alten Tante gehört hatte, sie ein Jahr zuvor verstorben war; es war ein Buch über Hexerei und
Michael hatte eines Abends einen großartigen EInfall.
Sie waren alle damit einverstanden und waren aufgeregt, etwas Neues auzuprobieren.


Die stellten eine Schallplatte, eine dieser alten, schwarzen LPs, auf eine niedrigere Drehzahl, damit es sich wie eine Geisterstimme anhörte, die aus dem Grab
stieg –um die richtige Atmosphäre zu kreieren.
Sie schalteten alle Lichter aus und zündeten in der Mitte eines kleinen, runden Tisches eine Kerze an, wo sie eine leere Tasse hinstellten. Am Rande dieser Tasse
befand sich eine dünne zehn Zentimeter lange und drei Zentimeter breiteMetalplatte, auf dessen einen Seite sich ein flauschiger Ball befand, der sich im Buch
über Hexerei befunden hatte und am Rande der Tasse balanciert werden sollte.

Sie setzten sich alle um den Tisch herum und Michael saß in der Mitte des Sofas, da er die Hexensprüche vorlesen würde. Zu seiner Rechten befanden sich
Lourdes und Richard, die im selben Sessel nebeneinander saßen und hinter ihnen befand sich die Eingangstür. Vor Michael befand sich Frank, zu seiner Linken
waren noch zwei weitere Freunde, die Martha nicht kannte und sie beobachtete alles neben der Glastür sitzend, die in den Hinterhof führte, der gegengesetzten
Richtung, von der Lourdes und Richard saßen.

Alle waren ruhig und begannen den Flüchen, die Michael mit langsamer, geheimnisvoller Stimme vorzulesen begann, zu lauschen.
- Zu all unseren Kollegen, Hexen und Zauberern, wir beten zu euch, bitte gewährt uns unsere Wünsche, die größten Reichtümer zu erlangen, die das Leben zu
bieten hat und die Macht Menschen zu lenken. Dafür, dass ihr unsere Wünsche erfüllt, versprechen wir, dass wir ein vierjähriges Kind an eine Straßenkreuzung
bringen und ihm die Kehle durchschneiden und sein Blut auf einen Raben spritzen werden, der zuvor …-

- Stop, stop! - schrie Martha – Ich mag das nicht! Es ist schon schlimm genug mit Hexerei zu spielen, aber darüber zu sprechen jemanden zu töten ist einfach zu
viel. Ich will nicht einmal mehr etwas darüber hören, denn ich bin der Meinung, dass das zu gefährlich ist, fahre nicht fort – Martha hatte bei dem Gebet ein ganz
eigenartiges Gefühl gehabt.
- Genau, Michael, ich habe bei diesem Schwur auch kein gutes Gefühl, wir lassen das lieber – pflichtete Lourdes bei.

Die Jungs sahen sich an und teilten schließlich die Meinung der Mädchen.
- O.k. – sagte Michael und knallte das Buch zu.

In diesem Augenblick sahen sich Richard und Lourdes schnell, ganz plötzlich mit angserfüllten Gesichtern an.
- Hast du das gehört? – fragte Richard und schrie fast dabei.
- Oh Gott, ja, du auch? – antwortete Lourdes.
Sie standen blitzschnell und schreiend auf, rannten zum Lichtschalter und waren sehr nervös.
- Leute, was ist los mit euch? – fragten die anderen.
Richard ging in die entgegengesetzte Richtung von wo sie saßen, wo sich Martha befand.
- Ich habe ein Atmen gehört, ein tiefes Einatmen, als ob jemand gestorben wäre! Es war laut und schien aus der Mitte zwischen Lourdes und mir zu kommen! – Er
war nervös und erschrocken, als ob er den Teufel selbst gehört hätte.
- Ja, das stimmt, es war schrecklich! – sagte Lourdes und umarmte dabei Richard vor Angst zitternd.

Jemand schaltete schnell die Platte aus. Alle hatten Angst und sprachen über ihre Annahmen, was das gewesen sein könnte, aber martha blieb unbeeindruckt
und dachte sich, was nur für eine Schar Angsthasen war und entschloss sich ihnen aus Spaß einen Streich zu spielen. Und da sie keine Angst hatte, setzte sie
sich auf den Sessel, wo Lourdes und Michael das teufelsartige Geräusch gehört hatten.

Sie wusste, dass wenn man ein paar Sekunden lang in das Feuer einer Kerze schaute, ohne dabei zu blinzeln, die Augen zu tränen begannen und sie entschloss
sich dazu, so zu tun, als ob sie hypnotisiert wäre, als ob die besessen wäre. Während alle umherriefen, blieb sie ruhig und wartete daraif,d ass jemand bemerkte,
dass sie „hypnotisiert“ war.

Frank bemerkte es,
- Verdammt, Leute, schaut, Martha … sie ist  besessen! – rief er.
Plötzlich, völlg aus dem Nichts und ohne dass Martha dies beabsichtigt hatte oder sie auch nur daran gedacht hätte, begann sie völlig außer Kontrolle zu weinen,
so als ob sie verrückt wäre.

Alle waren wie gelähmt und hatten noch mehr ANgst.
- Ist sie besessen? – fragte einer der Teenager.
In dem Augenblick, in dem die Frage gestellt wurde, hörte sie auch wieder ohne dass es ihre Absicht gewesen war und begann laut und wie eine richtige
besessene Hexe zu lachen, das war nicht sie.
Alle Jungs umarmten sich gegenseitig vor Angst und Lourdes schien die einzige mit genug Mut zu sein, sich der Hexe zu stellen.
Lourdes, die lange Fingernägel hatte, begann Marthas Ohr zu kratzen, die daraufhin aufhörte zu lachen und ihre Schwester ruhig und ernst anstarrte.
- Oh Gott, sie blutet… und reagiert trotzdem nicht! – sagte Lourdes, die angefangen hatte zu glauben, dass gerade etwas Unnatürliches passierte.
Martha sah wie Lourdes Gesicht sich anstrengen  musste, sie mit stechendem Blick anzusehen und hörte was sie sagte, denn sie war sich ihrer Umgebung
bewusst, da sie ihr Bewusstsein im Kopf wiedererlangte, aber nicht ihres Körpers, denn den fühlte sie nicht.

Richard warf sie auf einen Sessel, während er eine kleine Statue von St. Martin in der Hand hielt, die er vom katholischen Altar der Mutter genommen hatte.
- Vade retro, satanas! ...Weiche von mir, Satan! – rief er, während er versuchte die kleiner Statue über ihren Kopf zu halten, die Martha versuchte mit einem Arm
von sich zu halten.
Die anderen Jungs suchten nach irgendetwas religiösem, das sie dazu verwenden könnten, einen Exorzismus durchzuführen und die Dämonen aus ihrem Inneren
zu bannen.

Martha sah alles und war sich allem bewusst, aber sie fühlte die große Angst, die die anderen vor ihr hatten und das genoss sie richtig.
- „Ich weiß nicht, was da gerade mit mir passiert, aber ich genieße es, dass sie solche Angst vor mir haben. Ich weiß nicht, ob da etwas in mir ist oder nicht, aber
ich werde fünf gerade sein lassen und diesen Augenblick genießen ” – dachte sie bei sich.

In diesem Augenblick hatte man das Gefühl, das Haus sei mit erschrockenen Hühnern und einem Fuchs gefüllt. Die Jungs sahen sich nach einem Weg aus dem
Haus heraus um und sie folgte ihnen, als ob sie richtig hypnotisiert wäre und ging dabei nicht normal.

Lourdes hielt sie an und zwang sie ein Aspirin zu nehmen, als ob ihr das helfen würde die Dämonen loszuwerden, aber ihr Glaube an dieses Medikament war wohl
dehr groß.
Martha nahm das Aspirin in den Mund, aber als Lourdes ihr ein Glas Wasser reichte, nahm die das Aspirin mit einer Hand aus dem Mund und tat es in das Glas,
welches sie auf den Tisch neben sich stellte. Sie warf es nicht weg, denn sie dachte, dass wenn „was auch immer” weg sein würde, sie aufräumen müsste und sie
wollte sich nicht noch mehr Arbeit damit aufhalsen.

Der älteste Bruder einer der Jungs kam, um ihn abzuholen und klingelte draußen und die anderen rannten nach draußen und erklärten ihm schreiend, dass sich
ein Teufel im Haus befinde. Richard und Lourdes gingen auch nach draußen und Martha folgte ihnen, doch Lourdes hielt sie mit einer Hand auf der Brust ab
weiterzugehen.
- Nein, du gehst nicht nach draußen, du bleibst hier – sagte sie.
Martha hatte in dem Augenblick das Gefühl, dass Lourdes keine Macht über sie hatte und sie ging einen Schritt weiter. Lourdes hielt sie wieder auf und schlug ihr
ins Gesicht.

Sie sah wie die Hand von Lourdes sich auf sie zubewegte und über ihr Gesicht flog, aber sie fühlte nichts; auch bewegte sich ihr Gesicht dabei nicht, als ob sie
aus Stein wäre.

Sie dachte:
- „Achja? Du schlägst mir ins Gesicht? Dann kriegst du auch eine” – und sie bewegte ihre Hand ohne Anstrengung und fühlte dabei weder ihre Bewegung noch
die Berührung ihrer Hand mit dem Gesicht ihrer Schwester, doch Lourdes flog richtig in Richtung Richards Arm, der sie noch auffangen konnte, bevor sie den
Boden berrührte.
Lourdes fasste sich ans Gesicht und konnte nicht fassen, dass ihre Schwester den Mut gehabt hatte, sie zu schlagen.

Martha setzte ihren Weg nach draußen in den Garten fort.
Richard folgte ihr und versuchte sie aufzuhalten, aber Martha ergriff seinen Arm und schubste ihn ohne jegliche Mühe weg und fühlte dabei den Körperkontakt mit
ihm nicht.

Doch in diesem Augenblick hörte sie Prin bellen. Sie sah ihn an und erkannte, dass er niemanden außer ihr anbellte und er aus Angst sein Fell aufgestellt hatte,
seine Rute zwischen die Beine gezogen hatte und sie wütend anbellte, wobei er seine Reißzähne entblößte und rückwärts ging; zu ängstlich, um sie richtig
anzusehen, ging sein Blick hin und her.

- „Oh, oh… das ist nicht normal… Etwas ist hier komisch. Prin würde mich niemals anbellen oder Angst vor mir haben. Tiere sind sehr feinfühlig und sie können
Dinge fühlen, die Menschen nicht wahrnehmen. Wenn er das Gefühl hat, dass hier etwas komisch ist, dann glaube ich ihm lieber” – dachte Martha, während sie
sich Prin näherte, doch je näher sie kam, desto ängstlicher wurde der Hund und wich noch mehr zurück.

- „O.k., ich denke, ich bin im Besitz meiner geistigen Fähigkeiten, denn ich kann denken, hören und sehen, aber Prin zeigt mir, dass hier etwas nicht stimmt.
Vielleicht ist etwas in mir und ich glaube nur, dass ich mich unter Kontrolle habe, aber in dem Augenblick, in dem ich nach draußen gehe, könnte das Wesen dir
Macht über mich erlangen und wer weiß, was ich dann tun würde. Es ist also besser, dass ich hierbleibe und draußen keiin Risiko eingehe” – Martha sah ihre
Schwester an, die jetzt nicht mehr den Nerv hatte, sich ihrer bösen, hexenartigen Schwester entgegenzustellen.

- Heute Nacht werden wir beide im Bett unserer Eltern schlafen und du wirst mir aus der Bibel vorlesen – sprach Martha mit tiefer, ernster Stimme zum ersten Mal.
- O.k. – antwortete Lourdes, die bereits akzeptiert hatte, dass sie vielleicht nicht ihre Schwester war, sondern ein Wesen, dass Besitz von ihr ergriffen hatte.

Alle Jungs verließen den Ort mit einem Gefühl der Erleichterung darüber, es überlebt zu haben. Michael, Angsthase wie immer, war innerhalb von Sekunden in
seinem Zimmer verschwunden, dessen Tür und Fenster er mit Betten und Schränken verbarrikadierte und seine Schwester Lourdes somit mit dem „gefährlichen“
Wesen alleine ließ.

Martha und Lourdes gingen ins Bett und Lourdes holte die Bibel.
- Meinst du, dass ich aus diesem Buch vorlesen soll? – fragte Lourdes ängstlich und gehorrchte allem, was ihre Schwester in diesem Augenblick sagen würde.
Martha nickte mit dem Kopf und legte sich hin, während Lourdes auf dem bett saß und aus der Bibel las.
Martha schließ ein, aber in dem Augenblick, indem sie ihre Schwester nicht mehr hörte, weil sie eingeschlafen war, schlug diese ihr aufs Bein und Lourdes las
weiter.
Lourdes schlaf in jener Nacht nicht, weil sie aus der Bibel vorlas.


Am nächsten Tag wachte sie auf wie an jedem anderen normalen Tag auch. Nichts war anders und ihre Schwester konnte endlich schlafen.
Sie ging nach draußen, um zu sehen, wie Prin reagieren würde, aber Prin war nur froh sie zu sehen, wie an jedem anderen Tag auch und verhielt sich in keiner
Weise komisch, so als ob nichts geschehen wäre. Bald kamen alle Jungs von der Nacht davor vorsichtig herbei, um sie zu sehen, augerüstet mt religiösen
Armuletten.

- Bist du jetzt wieder in ordnung? Bist du wieder normal? – fragte Richard.
Martha sah sie and und lächelte, da sie dachte, dass sie vielleicht von nun an mehr Respekt vor ihr haben würden. Und so war es dann auch. Sie erhielt den
Spitznamen „Hexe”, unter dem sie von nun an bekannt war.

Im Laufe des Tages kamen immer mehr Jungs zu ihrem Haus, da sie alle von der Hexe gehört hatten und diese auch sehen wollten. Sie hatte irgendwann genug
und verließ das Haus, um auf der Wiese ihre Ruhe zu bekommen und den Wind auf ihrem gesicht zu genießen.

- Hallo Hexe – hörte sie und setzte sich schnell, genervt so etwas auch auf der Wiese zu hören, da es ihr Ruheort war.
- Ach du bist es, Matthew. Mein Gott, sag mir nicht, dass du auch schon von der Geschichte gehört hast? -
- Natürlich, ich glaube jeder hat schon davon gehört – sagte er lachend.
- Das hat Spaß gemacht! – sagte sie und lachte auch – aber es war auch etwas komisch – sagte sie und ihre Stimme änderte sich, als sie ernster wurde.

- Was hat Spaß gemacht und was war komisch? –
- Es hat Spaß gemacht, dass sie alle solche Angst vor mir hatten und ich glaube, dass sie mich von nun an ernster nehmen und mehr respektieren werden, da sie
vielleicht Angst haben, dass der „Dämon” in mir vielleicht wieder rauskommt – sagte sie lachend und dachte, dass es dumm war, so etwas zu glauben, aber
andererseits die Jungs auch nicht sonderlich intelligent waren – Und es war komisch, weil ich nicht selbst denken, hören, sehen, oder mich, wie ich wollte,
bewegen konnte … Ich würde sagen, dass ich alle meine Sinne hatte, bis auf den Tastsinn, denn ich hatte keinerlei körperliches Gefühl -
- Aber du hast auch plötzlich geweint und gelacht und das war auch nicht dein Wille, oder? – korrigierte Matthew sie.
- Ja, richtig. Das war ganz am Anfang und das hat mich total überrascht, aber nachdem ich aufgehört hatte wie eine Hexe zu lachen, konnte ich all meine
Bewegungen und Gedanken kontrollieren –

- Ehrlich gesagt, falls du vorhast mich zu fragen, was ich denke, was das war, muss ich dir sagen, dass ich keine Ahnung habe. Ich könnte dir sagen, dass die
Kraft deines Geistes die Führung übernommen hat und so so mächtig wurdest, weil der Geist unglaubliche Dinge mit unserer bewussten Ebene anstellen kann.
Wir könnten schwere Gewichte heben, wenn es nötig ist oder auch unglaublich schnell rennen. Denn das, worauf wir unseren Geist ansetzen, schaffen wir, tun wir,
denn das ist der Punkt beim Begehren, wie wir bereits besprochen haben. Wenn du etwas begehrst ist es praktisch dasselbe,wie wenn dein Verstand an etwas
denkt und es dadurch erschafft, weil unser Geist ein starker Magnet ist, der das anzieht, an das wir denken und alles, was wir wollen, erschafft … Natürlich gibt es
Grenzen – fuhr er nach einer kurzen Pause fort – aber lass uns nicht jetzt darüber sprechen, denn ich möchte, denn das, worauf ich hinaus will, ist, dass du
vielleicht, als du ins Kerzenlicht gesehen hast, du dich selbst hypnotisiert hast und du so eine andere Realität geschaffen hast, in der du… sagen wir einmal…
„Kräfte“ hattest – Matthew sah Martha an und wartete auf eine Antwort, bekam aber keine – Irgendwo auf der Ebene deines Unterbewusstseins willst du, dass die
anderen Angst vor dir haben und dich respektieren. Auf der anderen Seite möchteste du keine körperlichen Gefühle haben, so dass du Schläge ertragen kannst
und du stark genug bist andere zu schlagen, ohne es zu spüren, so dass du dich nicht schuldig fühlst, es getan zu haben – fuhr Matthew fort.

- Hihi… - lachte Martha – Das klingt ja… richtig gut –
- ABER… - sagte Matthew – was ist mit Prin? Das ist der Punkt, bei dem die Theorie hinkt –
- Ups… das ist wahr!… also? Was war es dann? – fragte soe .
- Keine Ahnung – sagte Matthew und dachte im Stillen darüber nach.

- Es ist in Ordnung, dass du keine Ahnung hast, aber nenn mir doch eine deiner Theorien … wer weiß, vielleicht klingt sie gut und ich nehme sie – sagte sie.
- Eine Theorie… hmm… o.k., mal sehen, wie diese hier funktioniert – sagte Matthew lachend und setzte sich – Dann lass uns zur Theorie vergangener Leben
zurückkehren –
- Oh, oh – sagte sie und kniete sich hin.
- Bisher hatten wir gesagt, dass du vielleicht eine Nonne watrst oder jemand spirituelles und vielleicht sogar ein Hermit. Auch dass du vielleicht ein Rebell warst, da
du keine Befehle akzeptierst –
Martha lachte – aber das ist doch normal, wer bekommt schon gerne Befehle? –

- Ich fahre fort. Aber du warst in all deinen Leben keine sehr guter Mensch – sagte Matthew lachend – Die Erde existiert seit Millionen von Jahren und wir hatten
sie Chance tausende verschiedene Lebewesen und Menschen zu sein. Manchmal warst du ein moralischer und spiritueller Mensch und manchmal nicht –

- O.k., o.k., nenn mir jetzt bitte deine Theorie und sag mir, was das mit dem zu tun hat, was mir gestern Abend passiert ist – sagte sie.
- Vielleicht… warst du auch eine Hexe –
- Waas? Ich? Eine Hexe? – fragte sie leicht verstört.
- Hexen sind auch spirituelle Menschen und nicht alle Hexen waren böse, wie es gerne hingestellt wird. Viele von ihnen halfen anderen Menschen. Nicht alle, aber
viele-

- Hmmm – zweifelte sie.
- Komm schon, es ist jedenfalls völlig unmöglich in allen Leben ein guter Mensch gewesen zu sein. Du warst auch einmal ein schlechter Mensch, ein sehr
schlechter Mensch, ein Dämon... -

- O.k., o.k., ich verstehe es und akzeptiere es natürlich. Weiter – sagte Martha und schnitt ihm das Wort ab.
- Jedenfalls ist das nur eine Theorie. Und es ist ja auch wahr, dass du gestern Abend niemanden verletzt hast und du im Grunde genommen die Kontrolle hattest,
weil du ja wolltest, dass dir deine Schwester aus der Bibel vorlist. Wenn du wirklich einen Dämon in dir gehabt hättest, hatte er das wohl nicht gewollt –

- Ja… und Prin? –
- Vielleicht hatte er gespürt, dass du anders warst, weil du dich selbst hypnotisiert hattest und glauben wolltest, dass du jemand anderes, mächtigeres warst. Prin
liebt die kleine Martha, keine mächtige Frau – sagte Matthew – Wie steht es mit dieser Theorie?-

- Ich denke, dass ich sie nehmen werden, vor allem, weil ich keine andere habe. Und ich werde dich ein anderes Mal darum bitten mir mehr über die Macht des
Geistes zu erläutern. Denn wenn ich diese Theorie akzeptiere, dann akzeptiere ich auch, dass der Geist Macht hat und ich hatte gestern Abend das Gefühl,
endlose Macht haben zu können. Ich könnte sagen, dass es dumm von mir war zuzulassen, tiefer in diese Macht hineinzugleiten, aber es war e ine sehr
interessante Erfahrung, ich habe etwas über mich dazugelernt – sagte sie.

- O.k., aber ich kann sehen, dass da ein gewisses Potential in dir steckt – sagte Matthew.
- Was für ein Potential? –
- Du siehst aus, wie ein guter Mensch, aber du musst aufpassen, was da noch in dir steckt –

- Was? Meinst du, dass ich in Wirklichkeit gefährlich bin? – fragte Martha und hatte etwas Angst vor sich selbst.
- Nein, nein, du bist nicht gefährlich. Aber bisher hatte auch das „brave Mädchen” dominiert, aber Schritt für Schritt… ganz langsam… könnte der „hexerische” Teil
in dir Überhand ergreifen, wenn es dir zu viel wird dich mit Missbräuchen auseinanderzusetzen und ich denke… und das ist bloß meine Theorie, dass du ein
Mensch bist, der Flüche gegen jemanden auspricht, wenn derjenige etwas tut, dass dir nicht gefällt. Oder du kannst dich selbst wieder „hypnotisieren” und
vielleicht manchmal in einen Trance-Zustand geraten –

- Entschuldige, ich glaube ich verliere wieder den Faden. Was ist Trance? – fragte sie.
- Ich werde diesen Punkt jetzt nicht vertiefen, aber da du weißt, dass ich denke, dass du gewisse Tendenzen hast nicht nur Gutes zu tun und Menschen zu helfen,
sondern auch Schlechtes, wenn du nicht willst, das bestimmte Dinge geschehen, dann könntest du… Ich bin jetzt besser ruhig. Weißt du, jedes Mal, dass ich dir
sage, dass etwas geschehen wird, es geschieht? Aber diesmal sollst du es durch deine eigene Erfahrung verstehen –

- Findest du das fair? – fragte Martha und stand genervt auf – Es ist so, als ob du mir ein Süück Kuchen auf die Lippen legst, und es mir wegnimmst, sobald ich
hineinbeißen möchte! Wieso tust du das? Bitte erkläre mir das! Denn wenn man sagt, dass Gott in uns ist und wir mit der Theorie spielen, dass ein Teufel gestern
Abend in mir gewesen sein könnte, wie könnten sie dann beide gleichzeitig am selben Ort sein? –

- Weil sie beide zwei Seiten derselben Medaille sind. Gott ist dein Geist, wie auch der Teufel. Es hängt davon ab, was du denkst und wie deine Gefühle in diesem
Augenblick sind, um sagen zu können, wer dich in diesem Augenblick lenkt, aber sie sind beide derselbe Askept deines Selbst. Ich würde sogar so weit gehen zu
vermuten, dass du gar nicht von einem Dämon besessen sein kannst und es war ja gestern Abend nur eine leicht dunkle Seite von dir, die sich gezeigt hat. Mann
kann etwas nicht verstehen, ohne auch das Gegenteil zu kennen. Licht existiert nur, weil auch die Dunkelheit existiert. Wenn es immer Licht geben würde, gäbe es
weder Dunkelheit noch das Konzept von Licht – sagte Matthew und stand auf – Alles ist Geist, alles ist Denken … -  sagte er und war dabei zu gehen – Diesen
Punkt werde ich dich ganz alleine erfahren lassen. Bis dann –

- Warte Matthew! –

Aber er war schon weg. Martha blieb noch etwas länger auf der Wiese und antschloss sich dazu, nicht mehr weiter nachzudenken. Sie setzte sich an den Fuß
eines Baumes und lehnte ihren Rücken gegen den Stamm, schloss die Augen, ließ ihre Gedanken los und fühlte die Natur.
Kapitel Dreizehn
          13
Hexe
Bedingungslos
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